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Schüler stellen sich
Hesse
Gymnasiasten gestalten
mit professioneller Hilfe das «Traktat vom Steppenwolf»
|
Erstaunlich, was
die Gymnasiasten gemeinsam mit hwmueller (Mitte) aus dem Stück herausholten, nachdem
sie es im Vorfeld schon mit ihrer Deutschlehrerin durchgearbeitet und sich
auch um Maske und Kostüm Gedanken gemacht hatten. MZ-Fotos (2) Hartmut
Krimmer |
Zeitz/MZ. Hermann Hesses "Steppenwolf" ist schwere Kost
für Jugendliche. Und das Theaterprojekt "Traktat vom Steppenwolf",
das die Schüler der 12 d des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Zeitz am Donnerstag
den Mitschülern der oberen Klassen vorstellten, ist auch nicht mal eben zum
Nachtisch zu genießen.
Als der Münchener Schauspieler
hwmueller mit donnernder Stimme ankündigte: "Einige werden es verstehen,
einige werden vielleicht Angst bekommen", schmunzelten die jungen Herren
noch. Und merkten wenig später, dass die Geschichte um das Zwiespältige im
Menschen, um das Wechselspiel von Einsamkeit, Freiheit und Notwendigkeit, Stolz
und Arroganz, Liebe und Sinnlichkeit, Individualität und Gesellschaft, nicht
zum Lachen führt. Auch nicht zum Weinen. Eher zur Erkenntnis, dass ein leichtes
Leben, eine leichte Liebe und ein leichter Tod nicht so einfach zu haben sind.
Ein zutiefst philosophisches Stück halt.
Dass es am Donnerstag zweimal in
Zeitz aufgeführt wurde, daran ist Kerstin Kurch schuld. Die Deutschlehrerin
hatte einen Aushang mit Müllers Angebot dieses Theaterprojektes gelesen und die
12 d gefragt. Die wollte. "Da wussten wir ja nicht, was auf uns
zukommt", verriet sie. Denn natürlich mussten sich die
"Schauspieler" – hwmueller gelang es, jeden Schüler der Klasse ins
Stück einzubeziehen - sich im Vorfeld viel tiefer mit dem Text befassen als die
Zuschauer.
"Es ist unglaublich, was
die in dieser kurzen Zeit leisten", staunte Müller, von dem die Schüler in
nur zwei Tagen auch lernten, dass Theaterarbeit "ein harter Job" ist.
Und wenn sie alle zusammen wieder darüber nachdenken, wie man Leben leben kann
und dabei jeder zu seiner eigenen Persönlichkeit findet, sei das stark.
Die Schüler der 12 d fanden das
auch. Zudem sei es ein schönes Arbeiten gewesen mit dem Herrn Müller, meinte
Hendrik Kahle und dass man "so was" überhaupt nur mit seiner 12 d
machen könne. "Das hat richtig Spaß gemacht", betonte auch Falk
Fabian, "wir sind eben einfach eine tolle Klasse." "Wo sie Recht
haben, haben sie Recht", gestanden Christin Plügge und Juliane Freund den
jungen Herren zu, was sie möglicherweise auch nicht alle Tage tun.
Stimmen vom
Sally-Bein-Gymnasium Beelitz:
17.10.2008 - „Faust in fünf
Tagen “ - Das Wunder ist vollbracht.
In nur fünf zur Verfügung
stehenden Tagen der Projektwoche an unserem „Sally-Bein-Gymnasium“ haben es sieben
Schüler aus den Klassen 7 (!) bis 12 erfolgreich geschafft, Goethes „Faust“ in
einer adaptierten, aber keinesfalls einfallslosen Version auf die Bühne zu
bringen. In Goethes Studierzimmer begegnete man zunächst einem verzweifelten
Faust, der durch Gino Schulschenk, einen Schüler der siebenten Jahrgangsstufe,
bezaubernd dargestellt wurde. Etwas unkonventionell wirkte zunächst die
Rollenbesetzung des Mephistos durch eine weibliche Darstellerin. Doch Mandy
Speda, Schülerin der 12. Klasse, bereicherte die Rolle des Protagonisten der
Tragödie durch ihren einzigartigen Charme und bewirkte dadurch etwas ganz
Besonderes, nämlich nicht nur die Verzauberung des Fausts, sondern auch die des
Publikums. Die Gretchen-Tragödie wurde durch die beiden Schauspieltalente Lisa
Guhl und Gorden Moser herzergreifend umgesetzt.
Die Gäste der heutigen
Theateraufführung erlebten eine anspruchsvolle und herzerfrischende Darstellung
der wichtigsten Ausschnitte des Dramas von Goethe, die einfühlsam unter der
Regie von Hawe Müller inszeniert und auch dank der pädagogischen Betreuung der
Lehrerin Antje Wismer eindrucksvoll umgesetzt wurden. Sie bewiesen einmal mehr
ihr Können sowie ihr glückliches „Händchen“ in der Besetzung der Rollen.
Herzlichen Glückwunsch an die
gesamte Theaterprojektgruppe. Ihr habt wahrhaftig ein „Wunder“ vollbracht.
S.Urbanek
BS Regen
Deutsch an der
Berufsschule ist nicht langweilig.
Im Zusammenhang mit dem Thema
Literatur wurden und werden den Schülern der Berufsschule und der
Fachoberschule auch herausragende Theaterereignisse geboten:
In diesem Schuljahr war die
Gruppe Brokalhaus mit einer Inszenierung von Molieres "Der eingebildete Kranke" zu Gast. Im Gegensatz zu früheren Veranstaltungen fand die Vorstellung in
der Aula unserer Schule statt. Der Erfolg hat gezeigt, dass es auch in Zukunft
so bleiben sollte. Die Thematik des Stückes, die Lebensangst Argans, die in
seinem Krankheitswahn zum Ausdruck kommt, wurde sehr geschickt in die Neuzeit
übertragen und auf den Erwartungshorizont der Schüler zugeschnitten
Ein
"Steppenwolf" im Instituto Ballester!
"Ontour" heißt das
Zweipersonentheater aus München, das auf Einladung der Deutschlehrer der
"großen" Deutschen Schulen vergangenen Freitag im Instituto Ballester
gastierte. Fast 400 Schüler der Ballester-, Goethe-, Pestalozzi- und
Höltersschule waren ebenso wie ihre Lehrer und interessierte Gäste von außen
gespannt auf die von "Ontour" erstellte Bühnenfassung von Hermann
Hesses bekanntem Roman - das Thema ist ja nicht ganz einfach: Harry Haller, die
Zentralfigur, leidet unter seiner inneren Zerrissenheit zwischen einem
gebildeten, kunstinteressierten Geistesmenschen und einer animalischen Seite in
sich, nach der er sich "Steppenwolf" nennt. Beide erlebt er extrem und
als feindliche Gegensätze, in seiner angespannten Feinnervigkeit entschließt er
sich deshalb, diesem unerträglichen Leben ein Ende zu machen. Die Rettung kommt
von der Seite einer lebenskräftigen und liebesfähigen Freundin, die ihm die
Welt von Tanz, Musik und Lebensgenuss öffnet, ihn reifen lässt hin zu einer
voll ausgebildeten Persönlichkeit - bis er sich ihrer am Schluss in einem
rätselhaften dramatischen Ausbruch entledigt. Dieser Moment der Spannung war
willkommen bei den aktionsverwöhnten Jugendlichen unserer Zeit, denn das Stück
lebt sonst von der psychologischen Zerreißprobe, der Harry Haller unentwegt
ausgesetzt ist. Beide Naturen in ihm gleichermaßen lebendig werden zu lassen,
hin und her zu mutieren vom leidenschaftlichen Wolf in den verstandes-kontrollierten
Kulturmenschen war die schwierige Aufgabe des Schauspielers von
"Ontour", Hartwig Müller, der, unterstützt von Beate Peters, die
verschiedenen Facetten des "Steppenwolfs" mit seiner ganzen
Bühnenpräsenz in der Aula Magna des Instituto Ballester zur Geltung brachte. Im
"Magischen Theater", wo Hermine ihm den Jazzmusiker Pablo vorstellt,
fand sich Harry Haller umgeben von vier spielfreudigen Schülern des Instituto
Ballester. Sie spiegelten ihm diese beiden Figuren in magischer Verdoppelung,
unwirklich schillernd auch durch die Einspielung der Redetexte aus dem Off.
Dass die 400 Schüler an den kühl-schwarzen Pablos und den hübschen Tänzerinnen
in leuchtend roten Bändern ihren Gefallen hatten, war offensichtlich. Schüler
aus den Oberstufenklassen, die sich auf den "Steppenwolf" im
Unterricht intensiv vorbereitet hatten und deshalb auch der schwierigen Sprache
folgen konnten, äußerten sich lobend nach der Aufführung, wie z.B. Juan und
Marcelo aus der 3F-Klasse: "Wir fanden es gut, wie der Steppenwolf
gespielt hat, und über das Thema haben wir im Unterricht viel gesprochen. So
war es für uns nicht zu schwer." Andere Schüler mögen trotz der
eingeblendeten Texte nicht immer gefolgt sein, aber alle respektierten die
beeindruckende Leistung der Schauspieler durch Aufmerksamkeit und starken
Applaus!