- Sein ist Wahrgenommen werden –
Esse
est percipere(Augustinus)
Das
praxisorientierte Schauspieltraning (p.S.) will nicht mit anderen
Veranstaltungen zum darstellenden Spiel konkurieren,
sondern die
Aktivitäten an der Schule fördern und ergänzen oder ggf. anstossen.
Das p.S. ist auch kein Ersatz
für eine Schauspielausbildung, sondern orientiert sich an meinen Erfahrungen
aus der Praxis,
die erstmal nichts mit einem
theaterpädagogischen Ansatz zu tun haben.
Denn im Zentrum steht vor allem
die verantwortungsvolle Aufführung eines Stückes, welches den geneigten
Zuschauer
in Bann halten soll, ohne das er
hierfür ein Theater geschultes Auge haben muss.
Das erstmal sprachlich
schwierige Vorlagen aus der klassischen Literatur zum Zuge kommen, soll zeigen,
dass ich es
für wenig sinnvoll erachte, sich
mit einfachen - gar trivialen oder vermeintlich jugendnahen - Texten den
Schülern anzubiedern.
Vielmehr hat sich gezeigt, dass
der textlich bedingte emotionale Abstand zur Rolle die Voraussetzung für das
Begreifen derselben ist.
Aus sicherer Entfernung ist der
Zugang zum – teilweise aktuellen/modernen – Bezug um einiges einfacher.
Und der angenehme Nebeneffekt
ist, dass sich das Sprachgefühl immens verbessert.
Das p.S. versteht sich auch als Schule
des Sehens und Verstehens von Theater. Ein Ersatz zum Theaterbesuch ist er
allemal nicht.
Dennoch versuche ich die aktuelle Rezeption der
Vorlagen mit einfliessen zu lassen.
Der Zuspruch seitens der
Zuschauer und die persönlichen Erfolge der Mitstreiter geben dem Konzept recht:
die vorgegebenen über Jahre
ausgefeilten Inszenierungen lassen auch dem völlig unerfahrenen Schüler viel
Raum für persönliche
Entwicklungen. Ohne langes
Herumprobieren finden sie sich im Regiekonzept derart leicht zu recht, dass die
Stücke in kürzester Zeit
geprobt, zu verblüffenden
Ergebnissen führen. Hier weise ich gerne auch auf die Reaktionen der
Schulleitungen/Schüler/Presse hin.